17. August 2009
1 Kommentar
Beitrag von Thomas Pertz, Lingener Tagespost v. 17.08.2009
Lingen. - Eine Feier mit vielen Blicken in die Vergangenheit, aber auch nach vorn, auf zukünftige Aufgaben: Davon war die Feierstunde am Sonntag im Parkhotel in Lingen geprägt, in dem die Lingener SPD selbst im Mittelpunkt stand. Einen passenderen Ort als ihre Gründungsstätte hätte sie sich aus Anlass ihres 90. Geburtstages nicht aussuchen können.
Ein stolzes Alter, das hochrangige Gäste mit sich zog. So zählte auch SPD-Landesvorsitzender Garrelt Duin gestern zu den Gratulanten, ebenso Duins Bundestagskollege Dieter Steinecke, die Landtagsabgeordneten Gerd Will und Karin Stief-Kreihe und natürlich auch Lingens Oberbürgermeister Heiner Pott. Natürlich? Eigentlich nicht, wenn es die Lingener CDU, wie gestern zu hören war, 1961 nicht nötig hatte, Willy Brandt als damaligen Regierenden Bürgermeister Berlins bei einem Besuch in der Stadt offiziell zu empfangen.
OB Heiner Pott und SPD-Vorsitzender Jürgen Schonhoff
Aber das ist lange her, denn CDU-Mann Pott hatte nicht nur keine Probleme damit, zur Feierstunde zu kommen. Er unterließ es auch nicht, der Lingener SPD „zu diesem stolzen Jubiläum zu gratulieren“. Die SPD als die älteste Partei in Lingen habe eine besondere Tradition. „Sie war diejenige, die dem Ermächtigungsgesetz widerstanden hat“, erinnerte Pott unter spontanem Applaus an den besonderen Mut der Sozialdemokraten unter der Naziherrschaft. Auf die Stadt Lingen bezogen, würdigte der Oberbürgermeister die Arbeit der Sozialdemokraten in den vergangenen Jahren. „Die SPD hat ganz wesentlich unsere Stadt mitgestaltet.“
Zuvor hatte der neue SPD-Vorsitzende Jürgen Schonhoff an eine Reihe von Sozialdemokraten erinnert, die der Partei in den vergangenen neun Jahrzehnten ihren Stempel aufgedrückt hatten. Auf die jüngste Vergangenheit bezogen, gelte dies insbesondere für Elke Müller, hob der SPD-Kreistagsabgeordnete deren Verdienste um den Aufbau der Fachhochschule in Lingen und um einen Justizvollzug mit menschlichem Antlitz hervor. Für ihre 40-jährige Parteimitgliedschaft wurde Elke Müller besonders geehrt. Verhindert waren Karl-Heinz Otto und Klaus Fischer, die die Ehrung später erhalten.
Der Grafschafter SPD-Bundestagskandidat Dieter Steinecke gratulierte der Lingener SPD ebenfalls, verbunden mit der Bitte, in der heißen Wahlkampfphase die Kräfte zu bündeln. „Ich weiß, dass ich mich auf die Lingener verlassen kann“, sagte der 55-Jährige.
Die Bedeutung einer kreisübergreifenden Zusammenarbeit hob Gerd Will hervor. Der SPD-Landtagsabgeordnete aus Nordhorn machte dies am Beispiel der Lärmbelastung durch den Bombenabwurfplatz Nordhorn-Range deutlich.
90 Jahre lang sozialdemokratische Aktivitäten in Lingen: Für diesen Einsatz sei man den Männern und Frauen zu großem Dank verpflichtet, betonte die SPD-Kreistagsabgeordnete Karin Stief-Kreihe. Namentlich nannte sie ebenfalls Elke Müller, auch für ihren unermüdlichen Einsatz für den Erhalt der Polizeiinspektion in Lingen. Außerdem hob Stief-Kreihe die Arbeit von Edeltraut Graeßner hervor,. Ihr Wirken in der Lingener Tafel dokumentiere auch, was sozialdemokratische Politik ausmache. Für die SPD-Ortsvereine im Altkreis gratulierte Friedhelm Wolksi-Prenger aus Emsbüren.
Nah am Bürger sein – das forderte Landesvorsitzender Garrelt Duin in seiner Festansprache. In der Politik gehe es nicht immer nur um das große Ganze. „Wir müssen uns um das Glück der kleinen Leute kümmern“, gab er dem „Geburtstagskind“ mit auf den Weg.
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1 Kommentar zu Die SPD hat Lingen wesentlich mitgestaltet
Hajo Wiedor
1
am 18. August 2009 um 08:27 Uhr
Solch objektive Berichterstattung wünschen wir uns immer von der LT. Leider ist das in den letzten Monaten eher die Ausnahme. Wir wollenkeine "Hofberichterstattung" aber etwas besser hätte die Lingener Presse uns in den letzten Monaten schon bedienen können.
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